Rezension: Ronja von Rönne – Heute ist leider schlecht

„Die Frage nach der Generation Y ist so langweilig wie ein Töpferkurs ohne Ton, bei dem dann auch noch alle anderen Teilnehmer absagen, weil sie doch lieber Stehpaddeln lernen wollen.“

Nicht schon wieder ein Generationen-Kritik-Pamphlet! – ist das, was ihr jetzt vielleicht denkt. Was sicher viele denken, die wie ich angeblich genau zu der Generation zählen, die Ronja von Rönne in ihrem zweiten Buch mal ordentlich in die Mangel nimmt. Zum Glück macht sie es so ironisch und messerscharf, dass wir Yler am Ende gar nicht anders können, als uns von Seite zu Seite kräftig durch die Nase auszulachen.

„Also plant man die Horizonterweiterung, man könnte mit dem Rucksack durch Südostasien trampen, mit Finnen in die Sauna und mit Zweiflern den Jakobsweg gehen, Reisen ist billig, und was möglich ist, muss erledigt werden. Das Leben ist kurz und das absolute Maximum die Minimalanforderung.“

Eingeteilt ist das knapp 200-seitige Werk in drei große Teile. Warum es schlimm ist, Wo es schlimm ist und Was gegen das Schlimme hilft. Auch, wenn der Untertitel „Beschwerden ans Leben heißt“, meckert Frau von Rönne nicht in einer Tour. Generell ist es weniger ein Meckern als ein grobkörniges Analysieren feiner Dinge. Dinge, die sich in ihr, um sie herum und wegen ihr abspielen.

„Ich bin neidisch auf sie, wer so lange überlegt, ob ihm noch etwas zum Glück fehlt, und dem dann lediglich eine Postfiliale einfällt, hat alles richtig gemacht.“

IMG_8701Fux-Fazit:

🦊🦊🦊🦊
4 von 5 Füxen.

Irgendwo am Ende der Mitte hing es etwas. Umso bissiger und witziger ging es nach dem inhaltlichen Mini-Löchle weiter. „Heute ist leider schlecht“ trifft sehr, sehr genau meinen Humor und spricht mir nicht selten volle Kanne aus meiner einfühlsamen, kritischen, menschenhassenliebenden Seele. Eine kurzweilige Lektüre, die die Sicht der eigenen Dinge teils ein paar Zentimeter zur Seite rückt, oder ihnen punktuell die Lupe rüberhält.


Ronja von Rönne – Heute ist leider schlecht
S. Fischer Verlage,
Paperback, 208 Seiten
Hier geht’s zum Buch

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