Rezension: Hugh Howey – Silo

Obacht, Endzeitstimmung-Alarm!

Denn darum geht’s in Hugh Howeys Science-Fiction-Werk „Silo“. Die Menschheit lebt eingeschlossen tieftieftief unter der Erde. In einem komplex-konzipierten Untergrundsilo, das alle Bewohner in Stockwerke kategorisiert. Für mich als Freiheits-Fan der blankestesteste Horror, ever.

„Die Kinder spielten, als Holston in den Tod hinaufstieg.“

Verbunden sind alle über das Herz des Silos – die Treppe. Erkannt wird sich an der Farbe des Overalls und Botschaften werden über Träger und Kabel überbracht. Wer stirbt, wird zum Nährboden für Pflanzen, Nahrung und neues Leben. Irre, oder? Und gar nicht mal so blöd. Nichts kommt ins Silo rein und niemand kommt raus – außer er will es so. Dann wird er kurzerhand zur „Reinigung“ geschickt – und stirbt in der giftigen Außenwelt.

Klingt verworren und kompliziert? Ist es auch ein bisschen. So richtig erfährt der Leser nicht, warum die Menschen unter der Erde leben. Das hebt sich der Autor für einige weitere Bände auf, die die Vorgeschichte erzählen (mega spannend!).
Ist aber auch nicht weiter wild, denn im Fokus steht ein anderer Gedanke:
Was passiert, wenn einer der Bewohner anfängt, zu träumen?

Und die gibt es. Die Menschen, die zweifeln, träumen und hoffen. Die hinterfragen, wer im Silo welche Absichten verfolgt. Was steckt in den unzähligen Servern der IT, ist das Bild auf den Monitoren wirklich real, oder nur Manipulation?

Bildschirmfoto 2017-09-12 um 13.44.08

Ok, kommen wir zum Punkt.

Die Vorstellung ist krass. Aber vor allem für uns, weil wir die Freiheit kennen. Sauerstoff, Bienchen und Blümchen und all das. Wer im Silo geboren wird, kennt nur das. Dass da aber genau so Leute leben, die alles hinterfragen, ist ja eigentlich klar. Und dieser Gedanke, wie damit umgegangen wird, ist genauso krass.

Ich hätte mir gern noch mehr Spannung gewünscht. Und wo war eigentlich der Bösewicht? Der, den man mit jeder Seite neu fürchtet, weil er den Helden im nächsten Kapitel völlig zerstören könnte? Dennoch: ein Buch mit einer wichtigen und fesselnden Kernidee, die dem Leser einiges an Vorstellungskraft kostet.

Fux-Fazit:

🦊🦊🦊
3 von 5 Füxen.


Hugh Howey – Silo
Piper Verlag
Broschur, 560 Seiten.
Hier geht’s zum Buch.

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